Wie erkenne ich tierleidfreie Kosmetik? Zwischen Naturversprechen, hübschen Verpackungen und langen Inhaltsstofflisten ist das gar nicht so leicht. In diesem Artikel teile ich, worauf ich beim veganen und cruelty-free Einkaufen achte.
Wie ich beim Einkaufen lerne, genauer hinzusehen
Kennst du das?
Du stehst im Drogeriemarkt vor dem Regal. In der einen Hand eine Gesichtscreme, in der anderen ein Shampoo. Auf beiden Verpackungen stehen Wörter wie „natürlich“, „sanft“ oder „bio“. Klingt gut – aber bedeutet das auch vegan? Und vor allem: ohne Tierleid?
Genau an solchen Momenten war ich früher regelmäßig überfordert.
Denn Tierisches im Alltag ist oft gut versteckt. Nicht offensichtlich wie ein Steak – sondern verborgen hinter komplizierten INCI-Bezeichnungen, hübschen Marketingversprechen oder scheinbar harmlosen Inhaltsstoffen. In diesem Artikel teile ich mit dir, worauf ich beim Einkaufen achte, wo sich Tierleid verbirgt – und welche Siegel mir wirklich Orientierung geben.
„Ist doch nur Creme…“ – wo sich Tierleid wirklich verbirgt
Viele denken bei Tierleid zuerst an Lebensmittel. Aber gerade in Kosmetik- und Pflegeprodukten begegnet es uns ständig.
Hier ein paar typische Beispiele, die mir selbst erst nach und nach bewusst wurden:
- Kollagen – meist aus Rinder- oder Fischhaut gewonnen, beliebt in Anti-Aging-Produkten
- Lanolin (Wollwachs) – stammt aus Schafswolle, oft in Lippenpflege
- Karmin (CI 75470) – roter Farbstoff aus zerquetschten Schildläusen, z. B. in Lippenstiften
- Bienenwachs (Cera Alba) – in Cremes, Salben und Make-up
- Keratin – häufig aus Hörnern, Haaren oder Federn
Was mich besonders nachdenklich macht:
Diese Stoffe entstehen nicht „nebenbei“. Dahinter stehen industrielle Prozesse – Tiere werden gehalten, ausgebeutet oder getötet, damit wir glattere Haut oder glänzenderes Haar bekommen. Und das alles, obwohl es längst pflanzliche Alternativen gibt.
Naturkosmetik ≠ automatisch vegan
Ein wichtiger Aha-Moment für mich war:
Naturkosmetik bedeutet nicht automatisch vegan.
Auch zertifizierte Naturkosmetik darf tierische Inhaltsstoffe wie Honig, Milch oder Lanolin enthalten. Und selbst wenn ein Produkt vegan ist, heißt das noch lange nicht, dass es ohne Tierversuche hergestellt wurde. Deshalb lohnt es sich, genauer hinzusehen – vor allem auf unabhängige Siegel.
Diese Labels helfen mir wirklich beim Einkaufen:
🌱 Leaping Bunny – internationaler Goldstandard gegen Tierversuche

Das Leaping Bunny-Siegel steht für:
- keine Tierversuche bei Endprodukt UND Inhaltsstoffen
- strenge Kontrollen entlang der gesamten Lieferkette
- international anerkannt
Für mich eines der verlässlichsten Zeichen, wenn ich cruelty-free einkaufen möchte.
🌱 PETA Approved – weltweit bekannt


Die Siegel von PETA gibt es in zwei Varianten:
- Beauty Without Bunnies (tierversuchsfrei)
- PETA Approved Vegan (zusätzlich komplett vegan)
Praktisch: Viele internationale Marken nutzen genau diese Kennzeichnung.
🌱 Vegan Society – eindeutig vegan

Das Siegel der The Vegan Society garantiert:
- keine tierischen Inhaltsstoffe
- keine Tierversuche
- keine Gentechnik an tierischen Bestandteilen
Wenn ich dieses Zeichen sehe, weiß ich: Hier ist wirklich nichts Tierisches drin.
🌱 VEGAN.AT – veganes Gütesiegel aus Österreich

Das Gütesiegel von VEGAN.AT garantiert:
- 100 % vegan
- klare Kriterien
- regelmäßige Überprüfung
Gerade für Produkte aus dem deutschsprachigen Raum finde ich dieses Siegel besonders hilfreich.
🌱 NATRUE, COSMOS & BDIH – gut für Umwelt, nicht automatisch tierfrei

Diese bekannten Naturkosmetik-Standards:
- NATRUE
- COSMOS Standard
- BDIH
achten stark auf natürliche Rohstoffe und Umweltverträglichkeit –erlauben aber tierische Bestandteile. KEINE Tierversuche
Mein Tipp: Wenn du diese Siegel siehst, immer zusätzlich nach „vegan“ oder einem Vegan-Label Ausschau halten.
In meinen Artikeln „Unsichtbare Nähe“ und „Tierversuche in Alltagsprodukten“ kannst du weiter interessante Details dazu lesen.
Kleine Alltagsmomente, große Wirkung
Bewusst einkaufen beginnt nicht mit Perfektion – sondern mit Aufmerksamkeit.
Das hilft mir im Alltag
- Produkte umdrehen und Inhaltsstoffe lesen
- typische tierische Begriffe merken
- gezielt nach Vegan- & Cruelty-Free-Siegeln suchen
- Herstellerseiten checken
- fragen: Brauche ich das – und gibt es tierleidfreie Alternative?
Jede dieser Entscheidungen ist ein leises Nein zu Ausbeutung.
Vegan einkaufen – kleine Entscheidungen mit großer Wirkung
Für mich ist vegan einkaufen kein Verzicht – sondern eine echte Bereicherung.
Es ist eine Einladung, bewusster hinzusehen, hinter Etiketten zu schauen und Konsum wieder mit Mitgefühl zu verbinden. Wer beginnt, sich mit veganen und tierleidfreien Produkten auseinanderzusetzen, merkt schnell: Je mehr wir wissen, desto leichter fällt Veränderung.
Bewusst einkaufen heißt nicht perfekt sein.
Es bedeutet, Schritt für Schritt Verantwortung zu übernehmen – für Tiere, Umwelt und uns selbst.
Und mit jedem veganen, tierversuchsfreien Produkt zeigen wir:
Eine andere Welt beginnt im Einkaufswagen.
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👉 ÜBERSICHT Kosmetik Siegel – Schwerpunkt Tierversuche (Ärzte gegen Tierversuche)
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